Nach Perlen tauchen

Wenn jeweils am Montag der Stöbern-Newsletter eintrifft, freue ich mich aufs Entdecken der sorgfältig ausgesuchten Produkte, der kulturellen Tipps oder der schönen Orte in Bern. Oft sind es Neuentdeckungen, manchmal werde ich aber auch wieder an Bekanntes erinnert. Ein Engagement, das mir schon viele Freuden bereitet hat und eine Empfehlung wert ist. Amina Chaudri

 

Text von Anja Vatter, Berlin:

Im Alltäglichen das Besondere sehen, im Kleinen das Grosse, im Heimischen das speziell Schöne – diese Bedürfnisse ebneten den Grund, aus dem 2009 das Projekt Stöbern spross. Die hauptstadtverliebten Ur-Bernerinnen Karin Hänzi Berger und Anja Vatter waren der Meckereien über das „langweilige Bern“ müde und wollten ihre Heimatstadt gemeinsam mit dem Gestalter Rafael Saupe aus ihrem Aschenputtel-Dasein erwecken, quasi den Staub vom Sandstein blasen.

Schnouse, Mostcrème

Schnouse, Mostcrème

 

Kern des Projekts bildet die Webseite stoebern.stadtkinder. Wöchentlich wird hier ein Text zu einem gemütlichen Café, einem schönen Geschäft, einer spannenden Initiative, einem pittoresken Ausflug oder einer interessanten Person in und aus Bern veröffentlicht. Die Vielseitigkeit der Stadt und die Fülle an Preziosen werden deutlich, kann man doch nachverfolgen, dass nun bereits im vierten Jahr jede Woche Bemerkenswertes porträtiert wurde. Und hierbei werden keine Kompromisse eingegangen: Die Stöberinnen suchen sich die Dinge, Orte, Menschen, über die sie schreiben, selbst aus – Stöbern ist kein kommerzielles Projekt, sondern funktioniert rein nach dem Lustprinzip. Ebenfalls zum Service gehört ein wöchentlicher Newsletter. Dieser beinhaltet neben einem Hinweis auf den Text der Woche auch Tipps zu Veranstaltungen, die in der kommenden Woche stattfinden.

Einstein-Kaffee, Bern

Einstein-Kaffee, Bern

Natürlich ist dieses Projekt mit Aufwand verbunden. Dieser geht den Stöberinnen aber leicht von der Hand. Neben offenen Augen und Ohren haben sie als Journalistinnen, Germanistinnen, PR-Schreiberinnen und Bloggerinnen glücklicherweise alle auch Hände, in denen die Stifte locker liegen. Stöbern wird damit zur logischen Folge der Verbindung von Freude und Arbeit.

Mittlerweile ist das Projekt gewachsen und aus den drei Begründern ein sechsköpfiges Team geworden. Franziska Freiermuth, Selma Schlaginhaufen, Michelle Schwarzenbach und Franziska Egli sind es, die nach und nach dazugestossen sind und das Projekt seit her mit frischem Wind und ebensolchen Ideen versorgen. Anja hat sich schweren Herzens von Stöbern zurückgezogen und ihren Lebensmittelpunkt in die andere Hauptstadt mit dem Bären im Wappen verlegt. Karin steht vor ihrer Babypause und schraubt einen Gang zurück. Die Liebe zur Stadt bleibt. Und mit etwas Glück, Musse und dem vorhandenen Idealismus wird irgendwann ein Buch daraus.

Weiterführende Links:

 

Bund-Artikel von Simon Jäggi vom 3.2.2009

Fotografien: Tipps, die jeweils im Stöbern-Newsletter abgegeben wurden.

Schnouse, Fotografie von Martin Bichsel

Einstein Kaffee, Fotografie von Micha Riechsteiner

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