Eine Passion fürs Kochen und eine Liebe zum Journalismus

Myriam Zumbühl geht mit Leib und Seele ihren Leidenschaften nach: Dem Kochen und dem Journalismus. Sie hat den Kopf voller Ideen und setzt diese auch beim Rezepte schreiben um. Ihre Rezepte findet man in Kochbüchern und in ihrem Blog. Stets strebt sie nach dem Besten und nimmt dafür weite Wege in Kauf – und auch einmal Umwege. Amina Chaudri

 

Text von Myriam Zumbühl, Zürich – Teil 1:

„It will make you a good writer one day“ – das hat mir die englische Autorin Isabel Wolff einmal gesagt. Ich war gerade etwas genervt in England auf Interview-Tour und mir nicht wirklich bewusst, wie toll mein Job als Radiojournalistin wirklich war. Isabel Wolff sprach von den vielen Menschen, die ich in meiner Arbeit treffe, die Blicke, die ich hinter Kulissen werfen kann, die Ereignisse, die vielen Reisen. Heute weiss ich, was sie damit meint.

Myriam Zumbühl

Myriam Zumbühl

 

Zwar bin ich keine Romanschreiberin geworden, aber mein Job hat mein Herz und meinen Kopf mit vielen schönen Geschichten gefüllt, die mich ein Leben lang begleiten werden. Und wie sich zeigt, habe ich in meinem Berufsleben ein Netzwerk gespannt, auf das ich heute jeden Tag zurückgreifen kann. 

RADIO

Mit 15 Jahren war ich Reporterin bei der Jugendsendung YoYo auf DRS3. Ich habe dabei die Bundesrätin Ruth Dreifuss in einem Interview geduzt und als junger Schnösel Rockstars interviewt. Für mich war das die natürlichste Sache der Welt. Ich wusste schon immer, dass ich Radiojournalistin werden wollte. Ich konnte ja auch nichts anderes in der Schule als gute Aufsätze schreiben – Chemie und Mathe habe ich nur dank eines guten Spickzettels überlebt.

Nach der Matura kam das Angebot für eine Stage bei DRS3. Ein Traum ging in Erfüllung! Radio ist toll, Radio ist immer wieder Glitzer und Hühnerhaut, aber auch viel harte Arbeit.

PRIVILEG

Radio ist toll, weil es ein so einfaches, unmittelbares Medium ist. Man spricht in ein Mikrofon und zielt damit im besten Fall direkt ins Herz, die Seele und den Kopf der Menschen daheim. Ich bin zwar ein Teamplayer, geniesse es aber sehr, wenn ich etwas vom Anfang bis zum Schluss selber durchziehen kann. Teamwork mit viel Eigenverantwortung, von der Idee bis zum Abmischen der Sendung – so geht Radio. Hinter Türen schauen können, die normalerweise verschlossen bleiben, Autoren, Musiker und allerhand andere interessante Menschen das fragen, was man schon immer wissen wollte – das ist ein unglaublicher kreativer Schatz, der mir in meiner Arbeit zuteil wurde. Dabei ist es aber auch wichtig, richtig von falsch unterscheiden können – bloss weil‘s glitzert, muss es nicht automatisch gut sein.

DAS KOCHEN

Mit Mitte 20 kam das Angebot, von DRS3 zu DRS1 zu wechseln. Nach spannenden Jahren beim Rock- und Popsender als Moderatorin und Reporterin wagte ich den Schritt, auch wenn die meisten meiner Team-Kollegen meine Väter und Mütter hätten sein können. DRS1 war für mich aber (genauso wie DRS3) schon ein Zuhause. Ich bin mit der Stimme von Ueli Beck und Margrit Staub aufgewachsen, und es war fantastisch, plötzlich mit Margrit zusammen am Mischpult zu sitzen. Zu merken, dass sie eine genauso spannende und allerliebste Person war, wie ich mir das zu Hause am Radio, als kleiner Knopf, immer ausgedacht hatte.

Mit der Stelle bei DRS1 kam das Angebot, die Koch-Rubrik im Ratgeber zu übernehmen. Ich bin im grossen Gemüsegarten meiner Grossmutter aufgewachsen, und bei uns zu Hause hat meine Mutter jeden Tag frisch gekocht. Das Kochen wurde mir also quasi in die Wiege gelegt, und ich hab – ohne viel zu überlegen – fortan im Ratgeber auf DRS1 die Hörerschaft zu saisonalen, spannenden Rezepten motiviert. Ich hab das aus Spass gemacht – schliesslich war ich in erster Linie Redaktorin in der Gesellschafts- und Kulturredaktion. Und doch hat es mich dann plötzlich gepackt – die Feedbacks aus der Hörerschaft haben mich zu mehr motiviert; also wurde ein erstes Kochbuch angepackt. „Kochen mit Myriam“ hiess es und war – Gott sei Dank – ein Erfolg. Das Kochen, die frischen Zutaten, das Rezepte Schreiben waren also neben meiner gewöhnlichen Arbeit beim Radio ein steter Begleiter und die Kochrubrik auf DRS1 wurde bald zu einem festen Bestandteil meines Jobs.

Am 11. März erscheint der zweite Teil von Myriam Zumbühl:  Manchmal ist es gut, Liebes an den Nagel zu hängen.

Weiterführende Links:Website Myriam Zumbühl

Buch: Schweizer Spitzenköche für Afrika

Fotografien:

Myriam Zumbühl, Fotografie Copyright SRF/Merly Knörle

Back-Blog, Fotografie von Myriam Zumbühl

 

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