Die Verbindung meiner Leidenschaften führte zum #lesezirkel

Die Baselbieterin Seraina Scherer steckte bereits als Kind ihre Nase andauernd in Bücher. Kaum erstaunlich, dass ihr beruflicher Weg zur Bibliothekarin führte. Zu Hause wurde intensiv und gerne über Politik, Alltagsgeschehen, Buchinhalte und vieles mehr diskutiert. Bücher und Kommunikation sind ihre beiden Leidenschaften, die sie mit ihrem Projekt #lesezirkel verbindet. Der #lesezirkel, ein gutes Beispiel, wie sich online mit offline verbinden lässt.

 

Teil 1

Wie wird man vom Kind, das ohne Fernseher aufgewachsen ist, zum begeisterten Twitterer?

Aufzuwachsen ohne viele Einflüsse durch Medien wie Fernsehen schafft Freiräume für anderes. In meinem Fall für Bücher, und damit verbunden, die Leidenschaft für das Lesen. Computer besass man in meiner Kindheit noch keine in Privathaushalten. So blieb für mich viel Zeit, die Nase in Bücher zu stecken. Dass meine Eltern die Schulbibliothek im Dorf betreuten, kam mir zu Gute: Welches Kind hat schon Zugang zu einer solchen Menge an Literatur? Ich bin überzeugt davon, dass ich mir dank des vielen Lesens einen grossen Wortschatz und unbezahlbare kommunikative Fähigkeiten angeeignet habe, um die ich im Leben schon oft froh war. Ausserdem war die Atmosphäre Elternhaus, wo ich mit zwei Brüdern behütet aufgewachsen bin, immer sehr lebendig und viele Stunden wurde am Esstisch in der Küche diskutiert und philosophiert.

Inzwischen bin ich erwachsen. Die Freude am Lesen, an den Büchern und an der Sprache ist geblieben und mein beruflicher Weg zur Bibliothekarin (neudeutsch auch: Master of Science in Information Science) deshalb naheliegend. Meine Leidenschaft lebe ich heute u.a. in meinem Job als Fachreferentin an einer Schweizer Hochschulbibliothek aus.

Seraina Scherer #lesezirkel

Seraina Scherer #lesezirkel

Sprache, Kommunikation und Vernetzung sind untrennbar verbunden

Ich glaube, ich bin ein sehr leidenschaftlicher Mensch – am meisten Freude bereitet es mir, wenn ich andere Leute mit meinem Feuer anstecken kann. Beziehungen sind etwas Essentielles  im Leben, und so versuche ich, wann immer möglich, mich und andere zu vernetzen. Ich bin wohl das, was man eine Multiplikatorin oder Netzwerkerin nennt. Und das bin ich aus Überzeugung und mit Freude! In meinem Leben sind bisher immer die richtigen Türen aufgegangen, und die Weichen auf meinem Lebensgleis haben einen guten Weg für mich vorgesehen. Darauf vertraue ich.

Ich wünsche mir, dass ich auf meinem weiteren Weg noch viele Menschen um mich herum für die unterschiedlichsten Dinge begeistern kann! Ich bin gespannt, wo mich das Schicksal noch hinführt. Gesund und glücklich zu sein ist das wichtigste Gut – alles was noch kommt, ist sozusagen eine Zugabe, das Dessert,  auf einer soliden Basis. Ein kreatives Umfeld umgibt und inspiriert mich. Immer wieder aufs Neue. Dafür danke ich meiner Familie und meinen Freunden. Schön, dass sie alle in meinem Leben sind.

Seit einem einschneidenden Erlebnis habe ich aufgehört, mein Leben zu sehr (voraus) zu planen – vielmehr lasse ich das Meiste so gelassen wie möglich auf mich zukommen. Keine schlechte Taktik, wenn ich auf die letzten Jahre zurückblicke.

Vom Bücherwurm zur Internet-Begeisterten

Wer mich kennt, weiss, ich bin meistens fröhlich, gerne mit Menschen zusammen und oftmals in irgendeiner Form am Kommunizieren. Eigentlich andauernd ;-) Obwohl ich selber ein Wasserfall aus Worten bin, soll ich durchaus auch eine gute Zuhörerin sein, sagt man. Die Freude am Kommunizieren und Netzwerken führte über die Jahre, gegen Ende meiner Schulzeit, zu einer Begeisterung für das damals gerade neu aufkommende Internet. Scheinbar unendliche Möglichkeiten taten sich für mich auf. Nicht viele Mädchen in meinem Umfeld konnten sich dafür in gleichem Masse begeistern wie ich. Kurze Nächte und eine häufig besetzte Telefonleitung im Haus meiner Eltern waren die Folgen.

Dass ich irgendwann – Jahre später – auf der Kommunikationsplattform Twitter gelandet bin, versteht sich eigentlich von selbst. Noch nie war ich jedoch bei solchen Phänomenen oder Plattformen  eine Frühstarterin – schon immer habe ich mir gerne länger Zeit gelassen und zuerst beobachtet, auch deshalb, weil ich etwas am liebsten „richtig“, also ganz oder gar nicht, mache. Mit Haut und Haaren. So war es auch mit Twitter. Dass sich aus diesen Leidenschaften das Projekt #lesezirkel entwickelt hat, ist eigentlich nur folgerichtig. Im nächsten Blog-Beitrag werde ich ausführlich darüber berichten.

Am 27. Mai erscheint hier der zweite Teil von Seraina Scherer.

Weiterführende Links:

Online-Visitenkarte Seraina Scherer

Fotografie von Seraina Scherer, Steven Leisinger

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