, 20. Mai 2013 1 Kommentar

Kerstin Birkeland-Ackermann weiss aus eigener Erfahrung wie sich stürmische Zeiten auf eine Familie auswirken. Vor zweieinhalb Jahren hat sie ihren Sohn Till nach vierjährigem Kampf gegen den Krebs verloren. In Zeiten, in denen sich Familien im Ausnahmezustand befinden, muss die Energie gebündelt und für das Funktionieren im Alltag eingesetzt werden. Ein Fotoshooting für die Familie zu organisieren, kommt kaum jemandem in den Sinn, obwohl genau diese Bilder für Eltern oder für die Geschwister später wertvolle Erinnerungsstücke wären.

It always seems impossible, until it’s done. (Nelson Mandela)

Im Juli 2012 hat Kerstin Birkeland-Ackermann das Projekt herzensbilder.ch gestartet:

Profi-Fotografinnen und -Fotografen aus der ganzen Schweiz sind einsatzbereit und besuchen Familien mit schwer kranken, behinderten und viel zu früh oder tot geborenen Kindern zu Hause, im Spital oder an einem anderen Wunschort und schenken den Familien wunderschöne Familienfotos.

 

Logo Herzensbilder

Logo Herzensbilder

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Projekt, das mich berührt. Ein Projekt zum Weitererzählen und zum Unterstützen. Ich habe herzensbilder.ch via Twitter entdeckt. Danke herzlich @bkonetschnig !

 

Weiterführende Links:

Website herzensbilder

herzensbilder bei Facebook

Kontakt: birkeland-ackermann@bluewin.ch

 

PS: Die Mutter von Kerstin Birkeland-Ackermann verleiht Grosseltern eine Stimme, deren Enkelinnen oder Enkel von einer schweren Krankheit betroffen sind. Auf dieses Projekt gehe ich im nächsten Blogbeitrag ein.

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, 12. Mai 2013 0 Kommentare
Dieser Beitrag wurde von Astrid Thews und Mayada Said verfasst. Die beiden Frauen leben seit mehreren Jahren in Kairo, Ägypten, und haben Anfang 2011 „Mahatat for contemporary art“ mitbegründet – eine Initiative für Kunst im öffentlichen Raum und partizipative Kunstprojekte. Hier auf www.aminachaudri.ch schildern Astrid Thews und Mayada Said Begebenheiten und porträtieren Personen, denen sie in Ägypten durch ihre Arbeit begegnet sind. Die Verfasserinnen erheben dabei keinen Anspruch auf Generalisierung, möchten sie doch vielmehr zu einem differenzierteren Bild über Ägypten beitragen. Im vorliegenden Beitrag in zwei Teilen geht es um die temporäre Verwandlung zweier Plätze in Kairo durch sehr unterschiedliche künstlerische Interventionen.

 

Vom Tahrir-Platz…

Der wohl bekannteste Platz Ägyptens ist der Tahrir-Platz, von dem in Europa die meisten im Zuge der Revolution des 25. Januars 2011 in den Medien gehört haben. Der Tahrir-Platz ist zentral gelegen (soweit sich das im Falle einer Megastadt mit geschätzten 25 Millionen Einwohnern sagen lässt) und ein Ort voller Symbolik. Er ist zum Schauplatz des Widerstands und Sinnbild teils blutiger Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften geworden. Oft wurde er beschrieben und noch immer taucht er in stillen und bewegten Bildern internationaler Medien auf. Auf Tage und Wochen, an denen sich hier Demonstranten versammeln und für ihre Rechte eintreten, folgen Tage und Wochen, an denen der Platz für den Autoverkehr wieder geöffnet wird und die Menschen hier grösstenteils ihren Alltagsgeschäften nachgehen oder ihn schlichtweg passieren, bis Demonstranten den Ort wieder zurückerobern und ihre Zelte aufschlagen.

… zum Lazoughli-Platz und zum Soliman-Gohar-Platz

Natürlich gibt es in Kairo unzählige weitere grosse und kleine Plätze – wenn auch von erheblich weniger grossem Medieninteresse und geringerer staatspolitischer Bedeutung. Für ihre Anwohner spielen diese Plätze im Alltag jedoch eine grosse Rolle. Um zwei solche kleinere Plätze geht es in diesem Beitrag: um den sogenannten Lazoughli-Platz und um den Soliman-Gohar-Platz.

Der Lazoughli-Platz liegt auf der östlichen Nilseite in der Nähe des Innenministeriums im Stadtteil Mounira. Einst war er vielbefahren, mehrspurig und hatte eine anonyme Ausstrahlung. Ist er heute weniger befahren, so liegt dies offenkundig an den Mauern, die immer wieder in Downtown und Mounira vom Militär oder dem Innenministerium aufgezogen werden, um selbiges oder andere öffentliche Gebäude vor Demonstranten zu schützen oder breite Strassen zu trennen, um Demonstrationen abzubrechen oder zu unterbinden.

Der Soliman-Gohar-Platz befindet sich auf der westlichen Nilseite an der gleichnamigen Strasse, die für ihren günstigen und belebten Gemüse- und Obstmarkt in ganz Kairo bekannt ist. Berüchtigt ist letzterer allerdings auch für Abfallberge, die Anwohner hier lagern, bis sie von Müllkarren abgeholt werden.

 

Lazoughli-Platz

Lazoughli-Platz

Soliman-Gohar-Platz

Soliman-Gohar-Platz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der kleine Platz ist vielbefahren, einspurig jedoch, und das gesamte Viertel ist belebt und voller einkaufender Fussgänger. Es herrscht eine eher familiäre Atmosphäre. In der Mitte des Platzes ist eine kreisrunde Grünfläche und um den Platz herum sowie im gesamten Viertel gibt es viele Bäume. Oberflächlich scheinen diese beiden Plätze also nicht viel gemein zu haben. Was die beiden Orte für uns von Mahatat for contemporary art jedoch verbindet, ist, dass wir sie 2012 beide temporär zu Schauplätzen unseres ersten grossen Projektes „Shaware3na“ (zu Deutsch „unsere Strassen“) verwandelten. weiterlesen »

Kategorie: Allgemein
Françoise Bassand wurde 1963 in Porrentruy, Schweizer Jura, geboren und wuchs in Basel auf. Sie studierte an den Universitäten Basel und Zürich Sprachen und Publizistik, dann Bildende Kunst an der Zürcher F+F-Schule für Kunst und Mediendesign. Es folgten diverse Ausstellungen im In- und Ausland, literarische Publikationen, kuratorische Tätigkeit als Mitinitiantin von Kunstaustauschprojekten und als selbständige Galeristin. 2000 erhielt sie den Eidg. Fachausweis Ausbilderin in Erwachsenenbildung und leitete von 2001 bis 2007 die Abteilung Weiterbildung der F+F Schule für Kunst und Mediendesign, Zürich. Seit 2006 arbeitet sie bei der Kreisschulpflege Zürich und ist seit 2008 Mitglied der Schulkommission für Sonderschulen der Stadt Zürich.

 

Swiss Equality Group – Warum gründe ich eine NGO?

Wie so oft in meinem Leben startete das Ganze sehr unspektakulär in einem Buchladen. Ich sah mir die englischsprachigen Bestseller an und blieb bei einem Buch hängen, auf dem zwei Goldfischschalen abgebildet waren. Ein Behälter war überfüllt mit Goldfischen, im anderen schwamm ein einzelner Fisch, der dem Gewusel durch einen Sprung entkommen war. Der Kaufentscheid war gefallen, bevor ich den Titel las: ‚The Spirit Level’, was Wasserwaage bedeutet.

Die beiden Epidemiologen Kate Pickett und Richard Wilkinson zeigen in ihrem Buch anhand von statistischem Material auf, wie sich soziale und wirtschaftliche Ungleichheit auf die verschiedenen Bereiche der Gesellschaft auswirkt. Die Ungleichheit unter den sozialen Gruppen hat viele negative Auswirkungen auf Gesundheit, Lebenserwartung, Bildung, Sicherheit, Mobilität und sozialen Zusammenhalt, und zwar bei den armen wie bei den reichen Bevölkerungsgruppen. In politischen Prozessen wird dann oft so getan, als liesse sich jedes dieser Probleme einzeln lösen.

Als ich auf Twitter las, dass The Equality Trust in London einen Dokumentarfilm plante, verbreitete der Nationalrat Balthasar Glättli etwa zeitgleich, dass er diesen Dokufilm unterstützt und mitfinanziert. Ich fragte ihn an, ob wir in der Schweiz etwas dazu machen wollten. Eigentlich kannte ich ihn nicht so gut, hatte ihn ein paar Mal während dem Wahlkampf getroffen. Er sagte zu und hatte bereits eine Webseite gestaltet. Wir trafen uns und waren beide von der Idee begeistert, einen Schweizer Ableger zu gründen.

 

Françoise Bassand

Françoise Bassand

 

 

 

 

 

 

 

 

Grosso modo geht es uns darum, die gesellschaftliche Diskussion in der Schweiz wieder anzukurbeln: Was haben wir zusammen erreicht? Wo wollen wir hin als Land? Was läuft gut und was müsste verändert werden? Diese Auseinandersetzung wird seit einigen Jahren auf dem politischen Parkett sehr dogmatisch geführt. Und viele Leute haben sich von der Politik verabschiedet, weil sie den gehässigen Ton und die Schematisierungen nicht mögen. Dieses Desinteresse drückt sich ja auch in der niedrigen Stimmbeteiligung aus.

Zusammen mit Markus Kunz, Fabian Molina, Judith Stofer und Tania Woodhatch gründeten wir am 11. Februar 2013 einen gemeinnützigen Verein. Dieses Netzwerk soll Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit leisten, mit dem Ziel die gesamtgesellschaftlich negativen Auswirkungen gesellschaftlicher Ungleichheit bewusst zu machen. weiterlesen »

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, 1. Mai 2013 1 Kommentar

Drummer Mag -­‐ Get inspired…for Drummers too!

Seit vielen Jahren ist Tom Beck erfolgreich als Schlagzeuger unterwegs; zu Hause ist er in Bern, spielt Konzerte in der ganzen Schweiz, in vielen Ländern Europas und war in den USA und Mexico unterwegs. Er betreibt ein Remote Drum Recording Studio und Musikschulen in Bern und Thun. Tom ist ein umtriebiger Mensch, stets in Bewegung, interessiert an Menschen und ihren Geschichten und ist jederzeit für ein kulinarisches Erlebnis oder ein Trip mit dem Kajak zu begeistern.

 

Tom Beck

Tom Beck

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von langer Hand plante er das Drummers Camp Sardinia, das letzten Herbst zum ersten Mal stattfand. Während einer Woche versammelten sich Schlagzeuger aus aller Welt in Sardinien, um sich durch das breite Spektrum an spannenden Workshops, einem erholsamen Freizeitprogramm und den kulinarischen Leckerbissen der sardischen Küche verwöhnen und inspirieren zu lassen. Das Camp stiess auf so viel positives Echo, dass im September 2013 die 2. Ausgabe über die Bühne geht.

 

Trailer Drummers Camp Sardinia by Salzmann Media:

 

Durch die Zusammenarbeit von Tom Beck und Christoph Salzmann in Sardinien, entwickelte sich aus dem Drummers Camp Sardinia das Drummers Mag, das ab dem 30. April alle 3 Monate kostenlos und frei zugänglich für alle auf issuu veröffentlicht wird. Seit letztem Herbst sind er und Christoph Salzmann unermüdlich für das Drummers Mag unterwegs. Beitrag um Beitrag wurde mit grossem Enthusiasmus produziert und geschmackvoll umgesetzt: von Mitarbeitenden der Kandahar Schuhmanufaktur bis hin zu einem Käsereibesuch, von Drummers Camp-Erlebnissen bis zur Ergonomie am Schlagzeug – alles, was Tom Beck interessiert, findet im Drummers Mag seinen Platz. Zu jedem Beitrag gibt es mehrere Filme, die auf Facebook und YouTube publiziert werden. Die erste Ausgabe des Drummers Mag ist auf den heimischen Markt ausgerichtet. Ein Update mit englischen Untertiteln wird zu einem späteren Zeitpunkt publiziert.

Über Rückmeldungen freuen wir uns.

 

Trailer Drummers Mag:

 

Weiterführende Links:

DRUMMERSMAG #001

Drummers Mag Website Tom Beck

Drummers Mag bei Facebook

Fotografie by Anouk Baumann

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, 17. April 2013 0 Kommentare

Cateura, Paraguay. Ein Ort, wo sich Eltern für ihre Kinder keine Instrumente leisten können. Ein Ort, wo im, mit und vom Abfall gelebt wird. Dort hat Favio Chavez eine Musikschule eröffnet. Und damit die Kinder ihre Kreativität ausleben können und Hoffnung auf ein besseres Leben erhalten, hat er sich mit Nicolás Gómez – Spitzname „Cola“ – zusammengetan. Dieser baut Instrumente aus Abfall: aus Ölfässern, Löffeln, Wasserleitungen. Alles wird verwendet. Auf den Abfallinstrumenten spielen die Jugendlichen aus Cateura in Chavez’ Orchester. Ihr Orchestername: „The Recycled Orchestra“.

 

Landfill Harmonic

Landfill Harmonic

 

 

 

 

 

 

 

Im Jahr 2010 hat eine Filmcrew zum ersten Mal die Kinder und Jugendlichen des Orchesters getroffen. In mehreren Etappen wurde gefilmt. Dieses Jahr soll der Film „Landfill Harmonic“ abgeschlossen werden. Dafür sammelt die Crew zurzeit bei Kickstarter Geld. Der Film begleitet einzelne Kinder, den Initianten der Musikschule Favio Chavez und den Instrumentenbauer „Cola“. Er soll die Menschen auf das Thema Armut aufmerksam machen und sie für die Umweltverschmutzung durch Abfall sensibilisieren. Und er soll zeigen, wie viel Hoffnung entstehen kann, wenn mit Kreativität der Blick auf die Lösung der Probleme gerichtet wird.

Es lohnt sich, den Trailer zum Film anzuschauen und die Klänge zu geniessen:

 

 

Weiterführende Links:

Landfill Harmonic: Facebook

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, 12. April 2013 0 Kommentare
This contribution has been written by Astrid Thews and Mayada Said. The two women have been living in Cairo, Egypt for several years now and have co-founded the organization “Mahatat for contemporary art” at the beginning of 2011. “Mahatat for contemporary art” is an initiative for art in public space and community art projects. Here on aminachaudri.ch, the women describe events and portray people they have encountered through their work in Egypt. They make no claim to generalisation in their writing; on the contrary, the authors aim to contribute to a more differentiated picture of the country. The present contribution is the second article they publish on aminachaudri.ch. It tells of young Egyptian women who, within the framework of a Mahatat project, went into Cairo’s metro to tell their and other women’s stories.

 

February 17, 2012. Cairo. It is afternoon: two young women approach the metro station “Opera”. To their right rises the imposing white building of the opera, built in the 1980s with funds from the Japanese development cooperation. Operas and concerts are staged here regularly – for those who can afford it. Behind the two women, the Qasr al-Nil Bridge leads to the Tahrir Square. On a normal day, the bridge is a place where young couples meet, stand hand in hand at the railing, or sit on the brightly coloured plastic chairs of one of the “flying cafés” while sipping drinks sold on the sidewalk either from a little cart or a hawker’s tray. The Qasr al-Nil Bridge gained sad notoriety beyond Egypt’s borders on January 28, 2011, when images of how Mubarak’s police brutally intervened in a demonstration, injuring and killing many people, went around the world.

Art Should Be Accessible to All

Two months after that historic day, the idea for Mahatat was born. To support the emergence of a civil society in Egypt after the revolution, to draw attention to the significance of public space – only recently re-conquered by the citizens – through art and culture, and to make art accessible to all; these are but a few of the reasons behind Mahatat. In January 2012, the first Mahatat project was organized in Cairo. It was called “Shaware3na” – our streets – and started with a series of performances under the title “Art of Transit”. For two months, these performances turned the carriages of the Cairo metro into a stage for different arts.

Stories by and for Women

The two women are Sondos Shabayek and Mona El Shimi. Both are in their twenties and both are story-tellers. They are on their way to the metro to perform in the carriages reserved for women (these metro carriages are meant to protect women from possible harassment by men at certain times of day). In 2005, Mariham Iskander, Naaz khaan and Menan Omar adapted the “Vagina Monologues” of the American author Eve Ensler with a group of students and turned it into play about Egyptian women. They soon realised that the “Vagina Monologues” did not truly reach the Egyptian audience, even as adaptation. The topic, however, appealed to their audience, especially to young women and men: they expressed the wish for stories which would reflect the realities of life faced by women in Egypt. Thus, they came up with the idea to collect real stories. They handed out flyers calling for women to send in their stories. The “BuSSy Monologues” – Explanation here – were born: these are true stories of love, marriage, and family – but also of domestic violence, of the daily harassment of women in the streets, and of rape. Seeing the performance by Sondos and Mona who had joined the group later on in different theatres, we were impressed and invited them to tell these stories as part of the performance series “Art of Transit” in the women’s carriages of the Cairo metro. They agreed. And despite the many difficulties encountered, the performances were to be a success. In an interview about the project, Mona said: “This was the first time I felt that we are telling the stories where they really belong.” 

Women Story-Tellers

Women Story-Tellers

 

 

 

 

 

 

 

 

A Stage on Wheels: The Cairo Metro

We liked the idea of using the metro as a stage. It is a fascinating place where in one short moment, one meets hundreds of people of different age and background– a group of people one would not find assembled in any theatre or gallery. A cross-section of Egyptian society. In a certain way, the metro is already being used as a stage by the many hawkers pushing their way through its often crowded cars, advertising their goods with loud voices and lively gestures. It is not unusual for such goods, from sewing thread to colouring books or plastic wrap, to be presented and explained. Some read aloud from the Quran. The idea to stage art here, on this ‘stage’ in transit, therefore suggested itself. Despite the countless daily interactions taking place in the metro, it remains an anonymous place nevertheless. A means for people to get from A to B. They are in transit, share this special place for one short moment, and yet they all have different destinations.

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Kategorie: Allgemein
, 7. April 2013 1 Kommentar
Dieser Beitrag wurde von Astrid Thews und Mayada Said verfasst. Die beiden Frauen leben seit mehreren Jahren in Kairo, Ägypten und haben Anfang 2011 „Mahatat for contemporary art“ mitbegründet – eine Initiative für Kunst im öffentlichen Raum und partizipative Kunstprojekte. Hier auf aminachaudri.ch schildern Astrid Thews und Mayada Said Begebenheiten und porträtieren Personen, denen sie in Ägypten durch ihre Arbeit begegnet sind. Die Verfasserinnen erheben dabei keinen Anspruch auf Generalisierung, möchten sie doch vielmehr zu einem differenzierteren Bild über Ägypten beitragen. Dieser Beitrag ist der zweite Artikel, den die beiden Frauen auf diesem Blog veröffentlichen. Er handelt von jungen Ägypterinnen, die im Rahmen eines Mahatat Projekts ihre Geschichten – sowie die anderer Frauen – in Waggons der Kairoer Metro erzählt haben.

 

17. Februar 2012. Kairo, Nachmittag: Zwei junge Frauen laufen auf die Metro Haltestelle „Oper“ zu. Rechts von ihnen das grosse weisse Opernhaus, das in den 1980er-Jahren mit Unterstützung der japanischen Entwicklungskooperation erbaut wurde. Regelmässig finden hier Opern und Konzerte statt. Für ein zahlungskräftiges Publikum, versteht sich. Im Rücken der Frauen liegt die Kasr El Nil Brücke, über die man zum Tahrir Platz gelangt. An normalen Tagen treffen sich dort junge Paare, stehen Hand in Hand am Brückengeländer oder sitzen in einem der „fliegenden Cafés“, die bunte Plastikstühle auf dem Bürgersteig aufreihen und aus einem Bauchladen oder einer kleinen rollenden Vitrine Getränke verkaufen. Bekannt wurde die Kasr El Nil Brücke über Ägypten hinaus durch die Bilder des 28. Januars 2011, als Mubaraks Polizei hier brutal gegen Demonstranten vorging und zahlreiche Menschen verletzte und tötete.

Kunst soll für alle Bürger zugänglich sein

Zwei Monate nach jenem wichtigen Tag entstand die Idee zu Mahatat. Um die Bildung einer Zivilgesellschaft in Ägypten nach der Revolution zu unterstützen, um durch Kunst und Kultur auf die Bedeutung des eben von den Bürgern wiedergewonnenen öffentlichen Raumes aufmerksam zu machen, um Kunst für alle zugänglich zu machen – das sind nur einige der Beweggründe. Im Januar 2012 startete dann das erste Mahatat Projekt in Kairo, das sich „Shaware3na“, zu Deutsch „unsere Strassen“ nannte. Den Auftakt machte die Performance-Reihe „Art of Transit“, welche Waggons der Kairoer Metro während zweier Monate in Bühnen für verschiedenste Künste verwandelte.

Geschichten von Frauen für Frauen

Die beiden Frauen heissen Sondos Shabayek und Mona El Shimi, sind Mitte Zwanzig und Geschichtenerzählerinnen. Sie sind auf dem Weg in die Metro, um dort in den Frauenabteilen Waggons, die zu bestimmten Uhrzeiten Frauen vorbehalten sind, um sie vor etwaiger Belästigung durch Männer zu schützen aufzutreten. 2005 adaptierten die Stundentinnen der Amerikanischen Universität in Kairo Mariham Iskander, Naaz khaan und Menan Omar die „Vagina Monologe“ der amerikanischen Autorin Eve Ensler zu einem Stück über Frauen in Ägypten. Bald wurde ihnen aber klar, dass die „Vagina Monologe“ auch in adaptierter Form das ägyptische Publikum nicht ansprachen. Das Thema an sich jedoch gefiel dem Publikum, vor allem jungen Frauen und Männer: sie äusserten den Wunsch nach Geschichten, welche die Lebensrealitäten von Frauen in Ägypten widerspiegeln. So entstand die Idee, reale Geschichten zu sammeln. Mit Flugblättern wurden Frauen dazu aufgefordert, ihre Geschichten einzuschicken. Die „BuSSy Monologe“ – Erläuterung hier – entstanden. Es sind wahre Geschichten über Liebe, Heirat, Familie, aber auch häusliche Gewalt, die tägliche Belästigung von Frauen auf der Strasse und Vergewaltigung. Begeistert von den Auftritten der Frauen, die wir in verschiedenen Theatern gesehen hatten, luden wir Sondos und Mona, die spaeter in das BuSSy Projekt eingestiegen waren, ein, die Geschichten im Rahmen der Reihe „Art of Transit“ in den Frauenabteilen der Metro zu erzählen. Sie stimmten zu, und trotz vieler Schwierigkeiten sollten es gelungene Auftritte werden. In einem Interview zu dem Projekt sagte Mona: „Ich hatte zum ersten Mal das Gefühl, dass wir die Geschichten dort erzählen, wo sie hingehören.“

Geschichtenerzählerinnen
Die Geschichtenerzählerinnen
Geschichtenerzählerinnen
Die Geschichtenerzählerinnen

Eine Bühne auf Rädern: Die Kairoer Metro

Uns gefiel die Idee, die Metro als Bühne zu nutzen. Dieser Ort fasziniert uns, denn in einem kurzen Augenblick man trifft hier Hunderte Menschen verschiedenen Alters und verschiedener Herkunft, eine Mischung von Menschen, die man sonst gemeinsam in keinem Theater und keiner Galerie findet. Ein Querschnitt durch die ägyptische Gesellschaft also. Ausserdem wird die Metro bereits gleichsam als Bühne genutzt, und zwar von den zahlreichen Verkäufern, die sich ihren Weg durch oftmals vollgestopfte Waggons bahnen und mit lauter Stimme wild gestikulierend ihre Waren anpreisen. Nicht selten werden diese vorgeführt, ob es sich nun um Nähgarn, Plastikfolie oder Malbücher handelt. Und der ein oder andere liest laut aus dem Koran vor. Für uns lag es deshalb nahe, Kunst auf diese rollende „Bühne“ zu bringen. Trotz der Interaktion, die hier stattfindet, ist die Metro auch ein anonymer Ort, den Menschen nutzen, um von A nach B zu gelangen. Sie befinden sich im Transit, teilen für einen Moment diesen speziellen Ort, haben aber alle ein anderes, ein eigenes Ziel.  weiterlesen »

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, 17. März 2013 3 Kommentare
Die 27-jährige Österreicherin Katja Knapp hat beruflich bereits einiges ausprobiert und um ihrer persönlichen Berufung auf die Spur zu kommen, ist ihr kein Weg zu weit. Schon seit längerer Zeit hatte sie den Wunsch, ein Buch über Frauen zu veröffentlichen, die ihren persönlichen Traumberuf gefunden haben. Es sollte ein kleiner Mut-Macher werden. Im Februar 2013 hat sie das Booklet „Traumberuf gefunden. Inspirierende Lebenswege für Frauen von Frauen“ im Eigenverlag veröffentlicht.

 

Es braucht Mut, einen beruflichen Neustart zu wagen. Neun Frauen erzählen im Booklet von Katja Knapp, wie sie ihren neuen Lebensweg gefunden haben. Dabei handelt es sich um Mittzwanzigerinnen, aber auch um Frauen über vierzig. Entgegen der allgemeinen Auffassung ist der Zug auch in späteren Lebensjahren keineswegs abgefahren. Die Träume mögen individuell verschieden sein, gemeinsam ist den Frauen aber ihre Zuversicht, ihre Entschlusskraft und ihr Durchhaltevermögen.

Booklet Katja Knapp

Booklet Katja Knapp

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Amina Chaudri: Sie sind ausgebildete Sozial- und Berufspädagogin und haben unter anderem als Telefonistin, Rezeptionistin, Friseur-Assistentin und als Verkäuferin gearbeitet. Haben Sie einen Traumberuf?

Katja Knapp: Für mich persönlich ist der Weg das Ziel – frei nach diesem Motto gestalte ich meinen Lebensweg mit Eigeninitiative, Mut und Kreativität, manchmal auch losgelöst von der gesellschaftlichen Norm. weiterlesen »

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, 27. Januar 2013 1 Kommentar

Im TED Talk „All it takes is 10 mindful minutes“ ruft uns Andy Puddicombe in Erinnerung, wie wenig Zeit wir im Hier und Jetzt verbringen. Wir sind andauernd beschäftigt und unsere Gedanken drehen sich oft im Kreis.

Wann haben wir uns zum letzten Mal 10 Minuten auf das Hier und Jetzt konzentriert? Auf den Moment? Wann haben wir zum letzten Mal Platz gemacht im Kopf, damit es wieder möglich ist, die Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen? Nehmen wir uns doch heute einmal Zeit dafür!

Link zum TED Talk von Andy Puddicombe.

Andy Puddicombe: Mach mal Platz im Kopf

Buch von Andy Puddicombe: Mach mal Platz im Kopf weiterlesen »

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, 13. Januar 2013 0 Kommentare

Vortragsreihe zum neuen Buch von Andreas Pröve

Andreas Pröve, geboren 1957, heute bekannter Fotoreporter und Buchautor, verunglückte als 23-Jähriger mit seinem Motorrad und ist seitdem querschnittsgelähmt. Schon drei Jahre nach dem Unfall brach er im Rollstuhl zur ersten Indienreise auf und tourt bis heute, getrieben von der Lust am Entdecken und unstillbarer Neugier, durch die Welt. Dabei schreckt er auch nicht vor extremen Herausforderungen zurück. Mit seiner Familie lebt Pröve am Südrand der Lüneburger Heide.

 

Auf diesem Blog hat Andreas Pröve bereits ausführlich über seinen Werdegang und über seine Leidenschaft berichtet: Das Glück ist unabhängig von Schicksalsschlägen und Ein Abenteurer, der im Rollstuhl um die Welt reist.

Andreas Pröve unterwegs

Andreas Pröve unterwegs

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Montag, 14.1.2013 erscheint Andreas Pröves neues Buch “Abenteuer Mekong – 5700 Kilometer von Vietnam bis ins Hochland von Tibet“, das im Buchhandel in Österreich, in der Schweiz und in Deutschland erhältlich sein wird. Der Autor wird ab 7.2. mit seinen Abenteuern einmal mehr auch die Besucher der Vortragsreihen in der Schweiz begeistern.

Informationen zu den Schweizer Daten und Daten für Vorträge in Deutschland und Österreich.

Andreas Pröve, Freiburg Konzerthaus

Andreas Pröve, Freiburg Konzerthaus

 

 

 

 

 

 

 

Alle Bilder von Andreas Pröve in diesem Blog sind von Nagender Chhikara.

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